Steely Dan Do It Again Remix
Song
Practice It Again
Laufzeit
5:15 Minuten
Album
Wiener Blut [1988]
Single-Auskopplung
1988/89 (Usa)
Musik, Text und Produktion
Musik: Walter Becker & Donald Fagen
Text: Walter Becker & Donald Fagen
Produzent: Falco & Mal Luker
Offiziell veröffentlichte Mixes/Edits/Versionen
- Shep Pettibone 12" Remix eight:57 (1988)
- Shep Pettibone vii" Remix/Edit 4:20 (1988)
- Shep Pettibone Dub Information technology Again Mix vii:53 (1988)
Über den Song
Die Coverversion des Klassikers der amerikanischen Band Steely Dan entstand 1988 im Rahmen der Arbeiten zu Falcos fünfter LP Wiener Blut. Produziert wurde der Vocal nicht von Mende und DeRouge, mit denen Falco zu diesem Zeitpunkt den Residual des Albums einspielte, sondern von Mal Luker. Zunächst wollte Falco diesen Song selbst produzieren, es wurde aber schnell klar, dass dies nicht zu Falcos Stärken zählte.
Die Idee zu dieser Coverversion stammte von Seymour Stein, der, von Falcos Director Horst Bork zu möglichen Songideen befragt, dann auch noch eine Coverversion des alten Wienerlieds „Brüderlein Fein" ins Spiel brachte. Glücklicherweise wurde diese doch etwas seltsame Idee nie verwirklicht. Falco state of war von der Idee, den Steely Dan-Song von 1972 neu aufzunehmen, recht angetan (Falco: „Die konnten optimal Herz und Hirn in ihrer Musik vereinen"), auch weil er sich hier auf sicherem Terrain befand, schließlich hatte er diese Nummer bereits 1979 mit seiner damaligen Ring Spinning Bike im Live-Repertoire.
Produziert wurde der Track in Hamburg, im Star-Studio wo auch Modernistic Talking all ihre Songs aufnahmen. Mal Luker saß hinter den Reglern, Luis Rodriguez, Dieter Bohlens Toningenieur, assistierte. Die Einspielung des Songs war Anfang 1988 Falcos Lieblingsprojekt – während die Bollands gleichzeitig in Holland an der Fertigstellung der eigentlich mit den Songwritern Mende/DeRouge in Frankfurt begonnenen LP arbeiteten, stürzte sich Falco in die Produktion dieser Nummer.
Musikalisch war die Idee, den bereits im Original vorhandenen indischen Flair der Nummer noch zu verstärken. Zu diesem Zweck wurden drei indische Musiker verpflichtet, die mit Sitar, Tabla, Tanpura und Sarod für ebendiesen Touch im Audio sorgen sollten. Horst Bork beschreibt die Aufnahmen der drei Musiker in seinem Buch als magisch, anscheinend wurde die zusätzliche Instrumentierung in einem einzigen Take aufgenommen. Auch Falco soll von den Musikern extrem begeistert gewesen sein, der Beitrag verleiht dem Lied auf alle Fälle mehr Farbe und Atmosphäre.
Nach einem Sitar-Intro beginnt der Beat zunächst sehr verhalten, dann setzt eine Gitarre und danach die Melodie ein. Erst nach rund einer Infinitesimal beginnen dann die Drums und verleihen dem Stück Tempo. Falcos Stimme und Gesangsstil stimmt passt gut zum Vocal, es ist kein klassischer Sprechgesang, aber Falcos Stimme meistert die gesanglichen Hürden wesentlich besser als bei Read A Volume oder Walls Of Silence. Nach rund drei Minuten beginnt dann der Teil, in dem dice indische Instrumentierung beginnt, zusätzlich setzen Frauenchöre ein. Danach singt wieder Falco bevor sich der Song nach mehr als fünf Minuten dem Ende zuneigt. Es ist eine für Falco doch recht untypische Nummer, aber wie auch bei Falcos Embrace von Bob Dylans Information technology's All Over Now, Infant Blue funktioniert das Ganze irgendwie.
Inhaltlich geht es im Vocal von Steely Dan kryptisch zu, eine eindeutige Estimation fällt schwer. Allerdings wird die Nummer oft so gedeutet, dass es um eine Western-Story geht, um einen ewigen Kreislauf aller Dinge, um schlechte Entscheidungen und den Kreislauf, der beginnt, wenn du nicht dazulernst. Ewig wiederholte Niederlagen und darauffolgendes Wiederaufstehen reihen sich aneinander, im Track geht es in allen drei Strophen um Dinge, die sich wiederholen und gegen dice man nichts tun kann, um selbstzerstörerisches Verhalten. In dieser Betrachtungsweise dreht sich das Rad, das im Text erwähnt wird („Wheel'south turning round and round") immer und immer wieder, es ist ein Glücks- beziehungsweise Unglücksrad. In keinem der Verse im Song gewinnt der Protagonist, er ist ein Verlierer, der sich mit den Vorgängen in seinem Leben zurechtfinden muss, es gibt nichts, was er dagegen tun kann. In der letzten Strophe könnte es um die Grundaussage gehen: wenn du in den Himmel kommst, kannst du dich nicht mehr herauswinden, sondern musst deine Sünden gestehen.
Übrigens: Dice Textzeile „Das Rad umschließt der Kreis" ist natürlich nicht im Original enthalten, sondern wurde von Falco (wie auch schon das „Aber was vorbei ist, ist vorbei" bei It's All Over Now, Infant Blue) ergänzt.
In der Presse wurde die Coverversion eher als skurril angesehen, das Q Magazin spricht von einer „balderdash-in-a-china-shop-rendition", sieht das Lied aber als einen der Höhepunkte des Albums an. Der Tower Press Music Guide wundert sich über diese „bizzare sequencer-and-sitar rendition". Stereocom.com hasst den Song: "(Falco) interprets 'in that location was a famous sitar solo on this vocal' as an excuse to drown the intro in Shankar-shaming cartoon-hippie bullshit, plays that otherworldly Wurlitzer riff on the about lifeless-sounding MIDI keyboard, and hammers the groove flat under the bootheel of a gated reverb pulsate trudge. On meridian of that, whether or not Falco's groin-start singing delivers the words phonetically, he's definitely carrying the meaning phonetically. It comes beyond like he thinks the song's "yous" is a brooding antihero badass instead of a poor schmuck addicted to losing."
In den USA erschien dieser Song doch recht überraschend als 12" Single mit Remixes von Shep Pettibone. Dieser Produzent state of war damals einer der angesagtesten am Markt, arbeitete er doch für Madonna, Pet Shop Boys, Depeche Style und viele andere Künstler. Die Neuabmischung und Veröffentlichung durch Sire Records state of war ein durchaus kostenintensiver letzter Versuch, doch noch einen Hitting aus dem Anthology herauszupressen. Bill Coleman schreibt in seinem Essay im Booklet zur 4-CD-Box "Trip the light fantastic Masters – Shep Pettibone" anno 2021 Folgendes: "Having a Shep Pettibone mix was the golden standard. If a label was hiring Shep Pettibone to practice a remix, information technology wasn't only to gratify a club audience, but also to testify the label's commitment to the record. Shep Pettibone's proper noun brought brownie to the entire project". Zwar state of war der Release eindeutig auf die Dance Charts abgerichtet, die Verpflichtung von Shep Pettibone und auch der Umstand, dass human being für die Single extra ein schickes Cover entwarf (damals wurden viele 12" einfach in nicht actress designten Covers veröffentlicht) spricht dafür, dass hinter diesem Schritt Seymour Stein stand – der vielleicht mit diesem Vocal, dessen Aufnahme seine Idee gewesen war, den von ihm unter Vertrag genommenen Falco mit diesem Gewaltakt doch noch in die Charts bringen wollte. Dies misslang jedoch, die 12" schaffte es in keine Hitparade. Außerhalb der USA wurde die Single nicht veröffentlicht, auch wurde kein Videoclip produziert.
Bezüglich des Veröffentlichungsdatum der Auskopplung herrscht übrigens ein bisschen Unklarheit: auf dem Cover steht klar 1988, auf dem Mastertape der Remixes wird jedoch der ten.2. 1989 als Fertigstelldatum angegeben. Auf der Website von Shep Pettibone ist zu lesen, dass der Rail im November 1988 remixt und die Unmarried am 25.3. 1989 veröffentlicht wurde. Ein konkretes Erscheinungsdatum ist damit nicht eruierbar, es ist aber anzunehmen, dass die 12″ Single nicht 1988, sondern wahrscheinlich im Frühjahr 1989 auf den Markt kam.
Die Remixes von Shep Pettibone lassen keinen Stein auf dem anderen, vom ursprünglichen Song ist in seinen Mixes nicht mehr viel zu hören. Im fast neun Minuten langen 12" Remix wird die Nummer von einem harten, für Pettibone typischen Trounce getragen, alles ist viel elektronischer, auch eine glockenspielartige Mini-Melodie wird neu eingebaut. Nach rund dreieinhalb Minuten komponierte Pettibone auch noch eine weitere zusätzliche Melodie hinzu, diese macht den Rails dunkler und gefährlicher. Vom indischen Touch ist nichts mehr vorhanden, sämtliche Sitar-Elemente fehlen in diesem Mix. Wenn man bedenkt, dass dieser Remix-Job aller Wahrscheinlichkeit keine Herzens- sondern eher eine Auftragsarbeit state of war, muss man konstatieren, dass dennoch viele Ideen und viel Kreativität in diesen Mix geflossen sind. Der Dub-Mix sowie der kürzere 7" Edit sind Variationen des langen Hauptmixes. Der Umstand, dass die 12" lediglich in den The states erschienen ist, machte diese Remixe zu einer Fine art Geheimtipp, auch weil sie bis 2017 (als der 12" Remix auf der Premium-Version des All-time-Of Falco60 endlich, nach fast thirty Jahren auf CD veröffentlicht wurde) ausschließlich auf dieser Vinylplatte erhältlich waren. Selbst Shep Pettibone schien diese digitale Erstveröffentlichung zu freuen, er erwähnte sie auf seiner Website.
Das Comprehend der amerikanischen 12" verwendet das Portraitphoto, das in Europa dice Unmarried Wiener Blut geziert hatte. Das Bild wurde jedoch farblich verändert, lediglich dice Farben Schwarz, Weiß und Violett wurden verwendet. Dazu wurde noch ein leichter Verschiebungseffekt angewendet. Das Ganze sieht sehr schick aus, auch die Schriftart und -größe wirken elegant. Oben auf dem Cover steht weiters noch „Specially priced Maxi Single", die Veröffentlichung wurde also wahrscheinlich wirklich als allerletzte Hoffnung auf einen Charterfolg Falcos gesehen und darum auch mit einem verbilligten Preis auf den Markt geworfen. Die Rückseite der Platte ist komplett in Schwarz gehalten, lediglich ein weiß-violetter Lichtball ist links oben abgebildet, darunter dice Credits.
Live hat Falco diese Coverversion nie gespielt.
Dice Interpretation des Klassikers von Steely Dan ist eigentlich recht gut gelungen, auch die indische Instrumentierung passt recht gut. Dennoch wirkt Falcos Version irgendwie seltsam und skurril, wie auch Information technology'southward All Over Now, Baby Blue auf dem Anthology Falco 3 bettelt der Song geradezu darum, von Puristen in der Luft zerrissen zu werden. Gut, Purist war Falco nun wirklich nie, aber so richtig zu eigen machen, kann er sich seine Coverversionen auch nicht – das gilt später sicher auch für Geld, dem Lied, das 1990 von Rio Reiser veröffentlicht wurde. Es ist jedoch eine versöhnliche Aufnahme, die ein Album abschließt, das als Falcos schlechtestes zu Lebzeiten veröffentlichtes angesehen werden kann.
Text
In the mornin' you go gunnin'
For the man who stole your water
And y'all burn down till he is done in
But they catch yous at the border
And the mourners are all singin'
As they elevate you past your feet
But the hangman isn't hangin'
Then they put you on the street
Yeah
You get dorsum, Jack
Practise it again
Wheel'south turnin' circular and round
You go dorsum, Jack
Exercise it again
(Back, Jack, exercise it again
Back, Jack)
When you know she's no loftier climber
Then you find your only friend
In a room with your two timer
And you lot're sure you lot're near the end
And so you dearest a little wild ane
And she brings you only sorrow
All the fourth dimension you know she's smilin'
You'll be on your knees tomorrow
Yep
Yous gehst back, Jack
Do it once more
Bicycle's turnin' circular and round
Y'all gehst back, Jack
Do information technology again
(Dorsum, Jack, do information technology once again
Back, Jack)
(Yous get back, Jack
Do it over again
Wheel's turnin' round and circular
You lot go back, Jack
Do it once again)
And now your swear and kicking and beg united states
That you're not a gamblin' homo
Then you lot detect you lot're back in Vegas
With a handle in your hand
Your black cards could make you coin
And then you hibernate them when you're able
In the land of milk and honey
You must put them on the table
Aye
You go back, Jack
Do it again
Das Rad umschließt den Kreis
Und du gehst back, Jack
Do it again
(Dorsum, Jack
Do it again
Dorsum, Jack)
Dorsum, Jack
Practise it once more
Back, Jack)
Meine Textfassung beruht, falls vorhanden, auf den Textbeilagen der offiziellen Veröffentlichungen (Booklet, Inlay, Cover etc.). Allerdings wurden alle Texte abgehört und nach dem gesungenen Wort korrigiert. Bei Songs, bei denen keine Textbeilagen verfügbar sind, basiert meine Fassung ausschließlich auf dem gesungenen Wort bzw. auch auf im Internet kursierenden Versionen. Textpassagen, die im Dialekt gesungen wurden, stehen in gemäßigter Transliteration. Rechtschreibfehler, sowohl deutsche als auch englische, wurden in eklatanten Fällen korrigiert. Die Rechtschreibung beruht teils auf der zur jeweiligen Zeit gültigen (Textbeilagen), teils auf der neuen Rechtschreibung (eigene Abhörungen). Auf Satzzeichen wurde im Allgemeinen verzichtet. Für Verbesserungsvorschläge bin ich dankbar.
Source: https://falco-compendium.at/musik/wiener-blut/do-it-again/
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